Beste-Praxis-Projekte

Die sechs ausgewählten Beste-Praxis-PartnerInnen dienen durch ihr herausragendes Engagement als Vorbild für AkteurInnen in ganz Deutschland und erstellen in den kommenden Monaten ein Konzept, um ihre Erfahrungen an entstehende aussichtsreiche Projekte weiterzugeben. Im Prozess werden sie dabei durch KreativLandTransfer und den Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. fachlich und organisatorisch unterstützt. Neben einer parallelen Begleitung durch Coaches und ExpertInnen zu verschiedenen Themen wie beispielsweise Organisationsentwicklung, Finanzierung und Marketing, werden auch Inhalte wie Baurecht, Angebotsentwicklung und digitale Infrastruktur vermittelt. Im Ergebnis entsteht neben einem schriftlichen Transferkonzept auch ein digitaler Lernraum, der die Praxiserfahrungen der PartnerInnen und das Wissen der Coaches bündelt.

Künstlerstadt Kalbe e.V.

Künstlerstadt Kalbe e.V.
Projektname:
Künstlerstadt Kalbe e.V.

Ort Projektumsetzung:
Gerichtstr. 26 A, 39624 Kalbe

Ansprechperson:
Corinna Köbele
Vorstandsvorsitzende
E-Mail: ed.eb1607105007lak-t1607105007datsr1607105007eltsn1607105007euk@o1607105007fni1607105007
Telefon: 0390802959
 
 

Öffne die Wundertüte:

Künstlerstadt Kalbe.

Laut Wikipedia ist eine Wundertüte „eine verschlossene runde oder rechteckige Tüte aus Papier, die man käuflich erwerben kann und in der sich eine oder mehrere sogenannte Überraschungen befinden. Der Inhalt der Tüte ist von außen nicht zu sehen.“ Öffnen wir also die Wundertüte mit der Aufschrift Künstlerstadt Kalbe.

Als Erstes springt Corinna Köbele heraus, eine Visionärin, die starke Bilder erzeugen kann und Menschen mitreißt. Sie ist diejenige, die vor sieben Jahren angefangen hat, die Wundertüte zu bestücken, Fülle in die Hülle zu bringen, wie sie selbst es nennt. Und sie stiftet seitdem andere an, es ihr gleich zu tun.

Denn auch wenn die Gründerin und Vorsitzende des Vereins Künstlerstadt Kalbe den Luxus der Leere im ländlichen Raum durchaus schätzt, so steht ihr der Sinn zugleich nach wahrer Gemeinschaft, einem sozialen Miteinander, nachhaltiger Stadtplanung und der Stärkung ihrer Wahlheimat mit den Mitteln der Kunst und Kultur. Dass sie in diesem Zusammenhang auf Joseph Beuys verweist, wundert nicht. Schließlich prägte Beuys den Begriff der Sozialen Plastik oder Sozialen Skulptur und meinte damit eine gesellschaftsverändernde Kunst wie auch Aktionen und Prozesse, in denen Menschen Verhältnisse formen und verändern. Und in diesem Sinne gestaltet Corinna Köbele gemeinsam mit ihren MitstreiterInnen die Zukunft von Kalbe. Bunt soll sie sein, offen und spannend.

Wie komplex sich der Alltag des Vereins Künstlerstadt Kalbe gestaltet und was es in diesem Zusammenhang mit der Kunstlotterie, der Erfahrungsschatzkiste und dem kleinen Millionär auf sich hat, verrät Corinna Köbele selbst. Also: ratsch – Wundertüte auf!

© 2020 Iris Kirchhoff – Alle Rechte vorbehalten.

 

Künstlerkolonie Fichtelgebirge e.V.

Künstlerkolonie Fichtelgebirge e.V.
Projektname:
KÜKO: Kreativ-Unternehmen-Netzwerk-Fichtelgebirge

Ort Projektumsetzung:
Maintalstr. 123, 95460 Bad Berneck

Ansprechperson:
Sabine Gollner
1. Vorsitzende
E-Mail: ed.em1607105007ittuo1607105007basti1607105007@okeu1607105007k1607105007
Telefon: 092739668670
 
 

KÜKO.

Act like a SuperHero.

Bad Berneck, 2011. Zwei Fremde tauchen wie aus dem Nichts in der Region Fichtelgebirge auf. Die beiden kommen aus dem fernen Land der Angelsachsen und bringen von den Britischen Inseln einen neuen Begriff und eine für Deutschland recht neue Idee mit: Networking im Kreativbereich. Sie haben die Kraft des Netzwerkdenkens in der Fremde erlebt und wissen, welche Energien es freisetzen kann.

Und ihre Ideen gehen noch weiter. Nicht nur kreatives Potenzial soll freigesetzt werden, sie wollen die Kreativen im Fichtelgebirge darüber hinaus ermutigen, zu Kreativwirtschaftenden zu werden! Sie wissen: Um ihre waghalsigen Pläne in die Realität umzusetzen, benötigen sie Superkräfte. Sie nutzen die Dynamik und Reichweite von Social Media-Kanälen, rufen die Künstlerkolonie Fichtelgebirge aus, generieren rasch eine Anhängerschaft und beschwören mit ihrem Schlachtruf No Spectators – Only Makers! den Geist der machtvollsten aller Superheldinnen: Wonder Woman.

Der Slogan No Spectators – Only Makers!  aus den Gründungszeiten von KÜKO strotzt vor Selbstbewusstsein, Kraft und Aktivität. Und beim Blick auf den rasanten Start der KÜKO, also der Künstlerkolonie Fichtelgebirge, könnte man meinen, es seien tatsächlich Superkräfte im Spiel gewesen. Doch nach der erfolgreichen Gründung eines Netzwerkvereins wie der KÜKO benötigt ein solches Unterfangen vor allem auf der Langstrecke Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und unermüdliches Arbeiten. Denn all die Kreativschaffenden, die sich zu dieser Künstlerkolonie zusammengeschlossen haben, wollen sich angemessen repräsentiert wissen, von SilberschmiedInnen über WebdesignerInnen, GrafikerInnen, JournalistInnen, FotografInnen bis hin zu HolzbildnerInnen und KunstpädagogInnen. Digitale wie analoge Vernetzung und das Sichtbarmachen der kreativen Vielfalt im Fichtelgebirge sind im Alltag eine zwar schöne, erfüllende, aber auch eine nicht enden wollende Herausforderung.

Sabine Gollner – Medienproduzentin und eine der GründerInnen und 1. Vorsitzende des KÜKO e.V. – und Martin Uckley – Texter, Lektor, Sprecher, Schauspieler und tatkräftiges Mitglied von KÜKO – erzählen von diesen Herausforderungen. Und vom Land als Lebensraum, Arbeitsplatz und Inhalt des kreativen Schaffens. Sie skizzieren ihre Visionen für die Region Fichtelgebirge. Freuen sich über Lob und Unterstützung. Und sie ärgern sich darüber, dass kreative Arbeit noch immer oft als Hobby betrachtet wird, für die es keine Lobby und keine längerfristige finanzielle Sicherheit gibt.

Manchmal, auch das wird im Folgenden deutlich, wäre es wirklich schön, wenn der Akteurin KÜKO die eine oder andere Superkraft zur Verfügung stände. Zum Beispiel der Nein-Ball, ein Ball, den sie schleudern könnte, wenn eigentlich gerade so gar keine Energie für die Bewältigung von noch mehr Aufgaben da ist. Aber vermutlich würde sie zwar mit der einen Hand den Nein-Ball werfen, gleichzeitig aber schon mit der anderen Hand zu ihrem SuperheldInnen-Pustefix greifen, um ein paar Warum-nicht-Seifenblasen aufsteigen zu lassen. Schließlich hat Wonder Woman auch nie geruht, wenn es darum ging, Probleme zu lösen und die Welt zu retten.

© 2020 Iris Kirchhoff – Alle Rechte vorbehalten.

 

Haldern Pop

Haldern Pop
Projektname:
Haldern Pop

ProjektträgerIn:
Haldern Pop Bar uG / Raum 3 Konzertveranstaltungs GmbH

Ort Projektumsetzung:
Lindenstraße 1b, 46459 Rees-Haldern

Ansprechperson:
Stephan Hanf
Kulturreferent
E-Mail: ed.po1607105007p-nre1607105007dlah@1607105007fnah.1607105007nahpe1607105007ts1607105007
Telefon: 028501000
 
 

Hisst das Vorsegel:

Haldern Pop.

Langeweile kann ein enormer Antrieb sein. Kulturversessenheit und die Liebe zur Musik auch. Und so kann es passieren, dass Landratten auf große Fahrt gehen, nicht wissend, was alles auf sie zukommt, welchen Stürmen sie trotzen müssen und ob ihr Abenteuer am Ende gut ausgeht.

Haldern liegt am hier ländlich geprägten Niederrhein. Und nahe dem Reeder Meer, das eigentlich nur ein mittelgroßer See ist. Vielleicht ließ die Nähe zu diesen beiden Gewässern die jungen Dörfler – ja, es waren tatsächlich nur Jungs, denn damals gab es noch keine weiblichen Ministranten –, vielleicht also ließ die Nähe zum Wasser die jungen Männer, von denen wir hier erzählen möchten, so sorglos in See stechen. In jugendlicher Leichtigkeit nahmen sie an, dass alles, was kommt, auch irgendwie geht…

Heute – vierzig Jahre später – ist Haldern vielen MusikliebhaberInnen in Deutschland und der Welt bekannt aufgrund von Haldern Pop. Haldern Pop, das steht für Musikfestivals und Tourneen, für ein eigenes Label, für eine ganzjährig betriebene Bar mit Bühne, aber auch und vielleicht vor allem für die Verknüpfung von Musik und Gastfreundschaft. Aus der einstigen Jolle ist ein hochseetaugliches Schiff geworden, das erfolgreich in internationalen Gewässern segelt. Und seinen Heimathafen mehr als schätzt.

Einer der ehemaligen Ministranten und heutiger Kapitän (auch wenn er sich selbst niemals so nennen würde) ist Stefan Reichmann. Für ihn ist sein Heimatort Haldern das Schiff und Haldern Pop das Vorsegel, das die Energie all der Menschen, die nach Haldern kommen oder hier leben, aufnimmt, um das Segelschiff voranzutreiben.

Reichmann erzählt uns, warum ein Schiff nur so seetauglich ist wie seine Mannschaft und jedes noch so kleine Rädchen genauso wichtig ist wie die PlanerInnen der Seeroute oder die PassagierInnen. Er beschreibt, dass ein Zurück an Land nur funktioniert, wenn dort etwas ist, wofür sich die Rückkehr lohnt. Und er konfrontiert uns mit der Halderner VolksWIRKSCHAFT. Was hinter all dem steckt? – Lesen Sie selbst.

© 2020 Iris Kirchhoff – Alle Rechte vorbehalten.

 

Kulturfeld Eschwege

Kulturfeld Eschwege
Projektname:
Kulturfeld Eschwege - Kooperation der Kreisstadt Eschwege mit den ProjektpartnerInnen Kulturfabrik e.V., Arbeitskreis Open Flair e.V. & medienWERK

ProjektträgerIn:
Kreisstadt Eschwege mit ProjektpartnerInnen

Ort Projektumsetzung:
Obermarkt 22, 37269 Eschwege

Ansprechperson:
Wolfgang Conrad
Leiter Wirtschaft & Stadtentwicklung
E-Mail: ed.su1607105007ahtar1607105007-egew1607105007hcse@1607105007darno1607105007c.gna1607105007gflow1607105007
Telefon: 0 56 51304-337
 
 

Kulturfeld Eschwege.

Wir bauen eine neue Stadt.

„Gibst Du mir Steine, geb ich Dir Sand. Gibst Du mir Wasser, rühr ich den Kalk“, sang die Hamburger Band Palais Schaumburg 1981 atonal, aber enthusiastisch ins Mikrofon. Wenn es doch so einfach wäre! Um einen Landstrich neu zu gestalten und Kulturentwicklung im ländlichen Raum voranzutreiben, braucht es aber mehr als die zitierten Zutaten. Davon könnte Wolfgang Conrad – Leiter des Bereichs Wirtschaft & Stadtentwicklung der Kreisstadt Eschwege – ein Lied singen, um im Bild zu bleiben.

„Verdammt lang her“ (schon wieder so ein Ohrwurm, danke, Wolfgang Niedecken) ist es, dass alles, was sich in Eschwege kulturell, kulturwirtschaftlich und städtebaulich entwickelt hat, seinen Anfang nahm. Es begann 1985 mit einem Open Air Festival, dem Open Flair. Wenn man ZeitzeugInnen glauben darf, ist das Flair – wie es liebevoll genannt wird – ein bisschen wie ein spätes Woodstock gewesen: wild, frei, laut und unkommerziell.

Heute, genauer gesagt seit 2004, gibt es das Kulturfeld Eschwege, eine Kooperation der Kreisstadt Eschwege mit den ProjektpartnerInnen Open Flair Festival, Kulturfabrik und medienWERK. Aus einem absichtslosen Musik-Event entwickelte sich ein Netzwerk, das heute mit einem integrierten Entwicklungskonzept bis in den Städtebau hinein wirkt. Darüber hinaus stellt sich das Kulturfeld Eschwege soziokulturellen Herausforderungen, um die im ländlichen Raum verborgenen Kreativpotenziale auszuschöpfen.

Mehr zu all diesen Themen jetzt von Wolfgang Conrad, der hier und jetzt stellvertretend für sein großartiges Team auf unsere papierne Bühne steigt und uns, nun ja, ein Lied singt von Kunst, Kultur und Medien. Von Digitalisierung, Strategie und Fördermitteln. Und von Toleranz und Akzeptanz. Bühne frei!

© 2020 Iris Kirchhoff – Alle Rechte vorbehalten.

 

UpZent: Upcycling Zentrum

UpZent: Upcycling Zentrum
Projektname:
UpZent: Upcycling Zentrum - Ein partizipatives Geschäftsmodell zur Sensibilisierung und Implementierung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft

Projektkoordinator:
Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) mit ProjektpartnerInnen

Ort Projektumsetzung:
Hochschule Trier, Standort Umwelt-Campus Birkenfeld, D-55761 Birkenfeld und Orte der Partnerorganisationen

Ansprechperson:
Jessica Bruni
Produktdesign und -management
E-Mail: ngise1607105007d.8k@1607105007bj1607105007
Telefon: 015787219932
Michael Schmidt
Projektmanagement
E-Mail: ed.su1607105007pmac-1607105007tlewm1607105007u@tdi1607105007mhcs.1607105007leahc1607105007im1607105007
Telefon: 06782 172621
 
 

UpZent.

Eine runde Sache.

Upcycling im kleineren Rahmen kennen viele von uns. Aus der heißgeliebten Lieblingsjeans wird ein flotter Einkaufsbeutel mit praktischerweise schon vorhandenen Außentaschen. Aus Stoffresten größerer Nähprojekte fertigen flinke Hände Mund-Nasen-Masken.

Im Upcycling-Zentrum in Neunkirchen – kurz UpZent – sind es Fachleute aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Design und Soziales, die den Upcycling-Gedanken professionalisieren und ihn unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten im großen Stil umsetzen.

Und das geht so: Das Upcycling-Zentrum Neunkirchen erhält – vorrangig vom lokalen produzierenden Gewerbe – anfallende Nebenprodukte oder Reststoffe. Da ein wertschätzender Blick auf diese Reste allein nicht reicht, werden die Stoffe analysiert, katalogisiert und auf ihre (Wieder-)Verwertbarkeit hin geprüft. Dann beginnt der wertsteigernde Prozess. In der Gestaltungsphase werden basierend auf der Materialhaftigkeit, etwa PVC oder Mesh Banner, zum Beispiel Mäppchen entworfen. In einem niederschwellig optimierten Fertigungsprozess werden diese dann vor Ort unter anderem von Arbeitssuchenden und MigrantInnen gefertigt. Heraus kommen Produkte, die eckig, kantig, manchmal störrisch und so unterschiedlich sind wie ihr Ausgangsstoff, der Entstehungsprozess und wie die Menschen, die sie fertigen. Letztere erfahren im Rahmen des Produktionsprozesses eine Integration in den Arbeitsmarkt und erwerben Qualifikationen für diesen.

Aus diesem runden Konzept folgt, dass die Produkte Ilona, Bruno und Eike nicht nur Mäppchen, Buchstützen oder ein Regal mit praktischem Nutzen sind. Sie sind darüber hinaus Botschafter für Design, Nachhaltigkeit und soziale Arbeit und somit der positiven Grundhaltung von UpZent. Anstatt zu belehren geht UpZent beispielgebend voran und zeigt mit seinen Produkten und seiner Arbeitsweise, dass das Laufen im Kreis den Planeten Erde und seine BewohnerInnen manchmal vorwärts bringen kann!

Erklärtes Ziel von UpZent ist das Erklimmen des Plateaus der umgedreht stehenden Abfallpyramide, also die Vermeidung von Abfall, und somit letztlich der Ausstieg aus der Wegwerfgesellschaft. Dass UpZent sich bei Erreichen dieses Ziels selbst überflüssig macht, bekümmert die MacherInnen hierbei herzlich wenig, wie Jessica Bruni, Diplom-Produktdesignerin und federführend in der Produktgestaltung bei UpZent, uns erzählt.

© 2020 Iris Kirchhoff – Alle Rechte vorbehalten.

 

E-WERK Luckenwalde

E-WERK Luckenwalde
Projektname:
E-WERK Luckenwalde

ProjektträgerIn:
Performance Electrics gGmbH

Ort Projektumsetzung:
Rudolf-Breitscheid-Str 73, 14943 Luckenwalde

Ansprechperson:
Helen Turner
Künstlerische Leiterin und Kuratorin
E-Mail: moc.m1607105007ortst1607105007snuk@1607105007renru1607105007tnele1607105007h1607105007
Pablo Wendel
Künstlerischer Leiter
Telefon: 033714061780
 
 

Über Raum und Leere:

E-WERK Luckenwalde.

Luckenwalde – unendliche Weiten. Wir befinden uns in der Gegenwart. Dies sind die Abenteuer des Kunstkollektivs Performance Electrics, das im Namen des Planeten Erde unterwegs ist, um alte Kraftwerke zu finden, deren Nutzen zu erkennen und neue, nachhaltige Energieformen zu entwickeln. Performance Electrics dringt dabei in Räume vor, deren Möglichkeiten nie ein Mensch zuvor voll ausgeschöpft hat…

Was deutlich nach Star Trek und Science-Fiction klingt ist keine Utopie. Im nahe Berlin gelegenen Luckenwalde haben die Kuratorin Helen Turner und der Künstler Pablo Wendel 2019 das örtliche fast 100 Jahre alte Kohlekraftwerk wiederbelebt zu einem regenerativem Kunststrom-Kraftwerk plus Kunstzentrum. Sie haben hier einen Ort geschaffen, an dem ganz reell Strom erzeugt wird und an dem zugleich ökologische und gesellschaftskritische Diskussionen und Aktionen stattfinden. Anstatt sich in Dystopien zu verlieren, wollen sie sich der drohenden Klimakatastrophe aktiv, wirklich und konkret entgegenstellen.

Der ländliche Raum, in dem Helen Turner und Pablo Wendel ihr Projekt angesiedelt haben, bietet für sie nicht trotz, sondern aufgrund seiner Leere gute Bedingungen, den angestrebten Wandel zu vollziehen. Das ländliche Vakuum lässt Platz für Kreativität und Ideen, Platz sich zu öffnen. Und sich zu fragen, ob nicht jetzt und in Zukunft alles ganz anders sein könnte als es gerade zwingend scheint.

Wie die Mannschaft des Kunstkollektivs Performance Electrics die so entstehenden Ideen vom Gedankenspiel in die Realität umsetzt, schildert Helen Turner unter anderem anhand des Projektes Sternfänger, das sie gemeinsam mit der Schwäbischen Sternwarte realisierten. Sie spricht über die Freiheiten, die sie in Deutschland mit ihrem Projekt haben und über die ökonomischen Zwänge, die diese Freiheit limitieren.

Und sie gibt uns für den Weg in unser aller Utopia trotz der Ernsthaftigkeit ihres Anliegens einen fröhlich motivierenden Rat: „Make ecological transformation fun!“

© 2020 Iris Kirchhoff – Alle Rechte vorbehalten.